Bilder der Migration – Von Fluchtgründen und Zurückgelassenem

Häufig wird davon gesprochen, dass viele MigrantInnen „nur“ Wirtschaftsflüchtlinge seien. Es scheint, als seien Armut und Perspektivlosigkeit nicht so sehr als Fluchtgrund anerkannt wie etwa Verfolgung oder Krieg. Die Bilder der Fotografin Judith Quax geben einen Eindruck davon, wie MigrantInnen vor ihrer Abreise leben und was sie zu der riskanten Reise bewegt.

Judith legte in der Fotoreihe „Immigration Clandestine“ den Fokus auf die Abwesenheit der Menschen und fotografierte verlassene Wohnungen und Zimmer von jungen Männern aus Senegal, welche sich auf den gefährlichen Weg Richtung Kanarische Inseln machten.

Judith Quax

Judith

Judith nahm auch am Human Rights Camp auf Lampedusa teil und erzählte uns von ihren spannenden Projekten zu Migration. Die Fotoserie „Immigration Clandestine“ sollte erkunden, wie die verlassenen Räume der MigrantInnen aussehen, welche persönlichen Gegenstände noch da sind und welche nicht mehr. Zudem hat Judith auch mit den Familien der jungen Männer gesprochen um herauszufinden, wieso sie Senegal verliessen und was mit ihnen geschah.

Was bewegt diese Menschen, ihre Heimat und ihre Familien zu verlassen um auf dem Weg nach Europa ihr Leben zu riskieren? Die Geschichten, festgehalten in einer Zeitung, geben einen Eindruck davon, was in den jungen Menschen vorgeht. Arbeitslosigkeit und das damit verbundene Gefühl nicht respektiert zu werden haben einen jungen Mann nach Spanien gebracht. Nun möchte er lieber dort sterben als zurückzukehren ohne seiner Mutter und Frau etwas bieten zu können. Auch ein anderer scheint sich sein Leben in Europa einfacher vorgestellt zu haben. Dies scheint bei vielen MigrantInnen der Fall zu sein. Sie glauben in Europa können genug Geld verdienen zu können, um ihre Familien zu Hause zu ernähren, irgendwann zurückzukehren und dort ein besseres Leben aufzubauen. Hier zeigt sich, dass Armut durchaus Fluchtgrund sein kann.

Einige der jungen Männer aus Senegal haben die Reise nach Europa unglücklicherweise nicht überlebt und von einigen fehlt jede Spur. Doch die Bilder von Judith Quax werden immer an sie erinnern, an ihre Träume und Hoffnungen und an das, was sie zurückliessen.

Verfolgt auch den Blog von Judith Quax.

Victoria

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