Mit dem Schiff von Italien nach Tunesien – für Solidarität und Freiheit im Mittelmeer

Boats 4 People ist ein internationales Bündnis von Organisationen, das gegründet wurde, um dem Sterben an den Seegrenzen ein Ende zu setzen und die Rechte von MigrantInnen auf dem Meer zu verteidigen. Um ihre Arbeit publik zu machen, haben Boats 4 People ein Segelboot angeschafft, mit welchem sie diesen Juli erstmals durchs Mittelmeer kreuzten. An der Küste Lampedusas warfen sie den Anker.

Hier hatten wir die Gelegenheit, die Crew in unserem Camp zu empfangen und mehr über ihre Arbeit zu erfahren. Mit ihnen gemeinsam gedachten wir bei der Eröffnung des Lampedusa-Filmfestivals den MigrantInnen, welche im Mittelmeer ertrunken sind.

Das Schiff von Boats 4 People

Das Schiff von Boats 4 People

Die Gründung von Boats 4 People wurde durch den haarsträubenden Fall eines in Seenot geratenen Bootes ausgelöst: Zwei Helikopter, ein italienischer und einer der NATO, haben das defekte Flüchtlingsboot aufgefunden und zurückgelassen, bevor es dann noch zwei Wochen auf See trieb. „Es war an der Zeit, der Straflosigkeit solcher Staatsakte ein Ende zu setzen“ sagt Lorenzo von Boats 4 People. Die Organisationen haben gemeinsam Klage gegen Frankreich eingereicht.

Lorenzo`s Kollegin Samira ist Anwältin in Brüssel. Sie möchte in jedem Land Anwälte haben, welche Boats 4 People darin unterstützen, Klagen gegen die jeweiligen Regierungen einzureichen.

Carmen schliesslich hilft jenen MigrantInnen, welche nach Libyen oder Tunesien zurückgeschafft und dort Opfer schlimmer Menschenrechtsverletzungen wurden. Wo Staaten gegen das Non-Refoulement-Prinzip verstossen verschafft sie den Opfern Zugang zu gerichtlichen Verfahren. Ausserdem übernimmt sie auch die rechtliche Verteidigung von Fischern und anderen Seeleuten, die Migranten gerettet haben und deswegen angezeigt wurden. Sie ist der festen Überzeugung, dass Seeleute nicht zweimal darüber nachdenken sollten, ob sie jemandem das Leben retten. Marco weist auf den Widerspruch hin, der zwischen der internationalen Tradition und Pflicht der Hilfeleistung in Seenot und der Kriminalisierung dieser Lebensretter besteht.

Um auf diese Missstände aufmerksam zu machen und für die Rechte von MigrantInnen auf hoher See einzustehen, fordert Boats 4 People, dass die EU ihre gewalttätige Kontrolle der Meeresgrenzen beendet, dass afrikanische Regierungen keine Rücksende-Abkommen mehr mit europäischen Ländern und der EU abschliessen und dass alle Länder aufhören, Menschen zu bestrafen welche MigrantInnen auf dem Meer retten, wozu sie gemäss internationalem Seerecht übrigens verpflichtet sind.

Um für ihre Forderungen einzustehen wurde im Juli 2012 eine Schiffsfahrt von Italien nach Tunesien durchgeführt. AktivistInnen, PolitikerInnen, KünstlerInnen und JournalistInnen nahmen teil an der Reise, welche von Cecina über Palermo, Tunis und Monastir bis Lampedusa verlief, einem passenden Endpunkt einer solchen Reise. Für viele MigrantInnen, welche in weniger seetüchtigen Booten als dem von Boats 4 People ins Mittelmeer stechen, endet die Reise leider weniger glücklich. Viele von ihnen kommen gar nie auf der kleinen Insel an.

Setze auch du dich für die Rechte von MigrantInnen ein und unterstütze Boats 4 People und Amnesty International bei ihrem Kampf gegen menschenrechtsverletzende Migrationspolitiken an den Grenzen Europas.

Daniela und Victoria

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