Giorgos‘ Blick auf die Menschen aus dem Meer

Giorgos Moutafis, photographe. © AI

Giorgos Moutafis, photographe. © AI

Giorgos Moutafis, professioneller Fotograf und Experte auf dem Gebiet Migration, begleitet das «International Human Rights Camp» auf Lesbos mit seiner Kamera. Seine Bilder von MigrantInnen, die nach Europa fliehen, haben uns stark berührt.

Im Fokus der Arbeit von Giorgios Moutafis steht der erste Kontakt von MigrantInnen mit europäischem Boden an den Küsten der griechischen Insel, sowie die rassistischen Attacken, denen Flüchtlinge in Athen zum Opfer fallen. Erst gestern ist ein Boot mit 32 Migranten auf Lesbos gelandet. «Bei diesem Wetter ist die Überfahrt viel weniger gefährlich. Es könnten auch heute Leute ankommen», mutmasst Gorgios. Bei seinen frühmorgendlichen Streifzügen entlang der Küste ist er oft der erste Europäer, den die MigrantInnen zu Gesicht bekommen.

«Anfangs sind die Neulinge meistens verängstigt. Sie stellen Fragen wie: Wo sind wir? Ist das Athen? Wo kann ich die Metro finden? Viele haben das Meer nie zuvor gesehen.»

«Meine Arbeit braucht sehr viel Vertrauen. Ich verbringe oft die ganze Nacht mit den MigrantInnen. Wir trinken gemeinsam Tee und ich versuche, sie zu unterstützen. Die Fotografie bringt mich so nahe an diese Menschen heran, dass ich die Welt durch ihre Augen sehe. Wenn sie sich fürchten oder freuen, dann fühle ich mit ihnen. Ich bin immer im Zentrum der Geschichte. Mit den meisten bin ich noch Jahre später in Kontakt.»

Ein Leben zwischen Verzweiflung und Hoffnung

Giorgos  erlebt die tragischsten Folgen der Abschottung Europas hautnah als Zeuge. Im Dezember 2012 hatte das Meer 22 Leichen an Land gespült. Der einzige Überlebende berichtete von weiteren Vermissten. Giorgos ist mit dem nächsten Flugzeug vom Festland nach Lesbos zurückgeflogen, um die umliegenden Strände abzusuchen. Am folgenden Morgen fand er den Körper eines jungen Mannes im seichten Wasser.

Auf die Frage nach seinem persönlichen Lieblingsbild zeigt er uns die Aufnahme einer Gruppe, die soeben die Küste erreicht hat. Mit freudigen Gesichtern und jubelnden Gesten kommen sie dem Betrachter entgegen. «Hier sieht man ihre Hoffnung. Das erfüllt auch mich mit Hoffnung. Vielleicht können die Bilder dazu beitragen, dass die Diskriminierung dieser Menschen in Europa aufhört.»

Mehr Fotos und Flüchtglingsgeschichten

Auf seinem Blog (englisch) beschreibt Giorgios Moutafis die oftmals tragischen Schicksale, die sich hinter seinen Fotos verbergen. Zum Blog

Die Fotos von Giorgios Moutafis gefallen Ihnen? Mehr gibt’s auf seiner Website

Daniela Enzler und Kim-Mai Vu

Advertisements

Über AndreasWassi

Social Media Manager @Amnesty_Schweiz
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Flüchtlingsgeschichten/ Témoignages de réfugiés veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s